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	<title>Attnang-Puchheim &#187; Mensch</title>
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	<description>Feines, Kurioses, Schönes, Verwerfliches, Hinterlistiges der Stadt aus dem Salzkammergut!</description>
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		<title>Offener Brief an die &#214;BB-Dienstleistungs GmbH des Lokomotivf&#252;hrers Franz Mayer</title>
		<link>http://attnang.info/2009/05/29/offener-brief-an-die-obb-dienstleistungs-gmbh-des-lokomotivfuhrers-franz-mayer/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 May 2009 15:52:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Betrug]]></category>
		<category><![CDATA[dreist]]></category>
		<category><![CDATA[Faschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[ÖBB]]></category>
		<category><![CDATA[Unrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Offener Brief &#214;BB-Dienstleistungs Gmbh Business Park Vienna, Haus A Clemens-Holzmeister-Stra&#223;e 6 1100 Wien Betrifft: Verweigerung der Nachuntersuchung Sehr geehrte Frau Zechmeister, wie ich Ihnen bereits bei unserem ersten Vieraugengespr&#228;ch sagte, und unschwer anhand meiner emotionalen Reaktion f&#252;r Sie zu erkennen war, bin ich definitiv nicht bereit, mich den vom Unternehmen, als von Gott vorgegebenen neoliberalen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: 10pt;"><strong>Offener Brief</strong></span></p>
<p>&Ouml;BB-Dienstleistungs Gmbh<br />
Business Park Vienna, Haus A<br />
Clemens-Holzmeister-Stra&szlig;e 6<br />
1100 Wien</p>
<p>Betrifft: Verweigerung der Nachuntersuchung</p>
<p>Sehr geehrte Frau Zechmeister,</p>
<p style="text-align: justify;">wie ich Ihnen bereits bei unserem ersten Vieraugengespr&auml;ch sagte, und unschwer anhand meiner emotionalen Reaktion f&uuml;r Sie zu erkennen war, bin ich definitiv nicht bereit, mich den vom Unternehmen, als von Gott vorgegebenen neoliberalen Spielregeln, widerstandslos zu unterwerfen. Da das geschriebene Wort bez&uuml;glich Beweisbarkeit, Ver&auml;nderbarkeit und Best&auml;ndigkeit h&ouml;herwertiger ist als das gesprochene und ich auch eventuelle Zweifel an meiner konsequenten Haltung ausschlie&szlig;en m&ouml;chte, ziehe ich es vor, mich schriftlich zu &auml;u&szlig;ern. Im Anschluss werde ich meine Beweggr&uuml;nde anf&uuml;hren, die mich aufgrund meiner Rechtschaffenheit und in Erf&uuml;llung meiner staatsb&uuml;rgerlichen Pflichten, wie ich sie auch in unserem Gespr&auml;ch &auml;u&szlig;erte, zu diesem Verhalten zwingen.<span id="more-42"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Gleich zu Beginn unserer Unterhaltung versuchte ich die Dinge ins rechte Licht zu r&uuml;cken. Meine Worte zur Klarstellung waren: „Ich bin hier, weil mir Unrecht widerf&auml;hrt. Ich bin nicht T&auml;ter, sondern Opfer. Ich bin nicht bereit, mir einen Rollentausch aufzwingen zu lassen. W&uuml;rde jeder seine Pflicht erf&uuml;llen, so wie ich es immer tat, s&auml;&szlig;e ich nicht hier, sondern k&ouml;nnte sorgenfrei meine verdiente Pension genie&szlig;en. Meinen Teil des Vertrages habe ich erf&uuml;llt, erf&uuml;llen Sie ihren!“.</p>
<p style="text-align: justify;">Seit meinem Arbeitsunfall, bei dem ein 19 j&auml;hriger, der durch eine geschlossene Schrankenanlage geschl&uuml;pft war, zu Tode kam, weil er wegen seiner Kopfh&ouml;rer meine Warnsignale nicht h&ouml;rte, hatte ich viele schlaflose N&auml;chte. Mir wurde klar, dass unsere Art zu leben, unser Umgang mit Menschen, derartiges Verhalten mitverschuldet. Der Kapitalismus war schon schwer zu z&uuml;geln und nur durch politischen Ausgleich einigerma&szlig;en sozial ertr&auml;glich. Mit dem Einzug des Neoliberalismus jedoch, kam die Entmenschlichung unserer Gesellschaft. Die neue Herrenklasse etablierte sich und zerst&ouml;rte alles, was unsere Gesellschaft einst verband. Die neuen Bosse hatten neue Talente, nicht was die F&uuml;hrung eines Betriebes oder der Menschen betrifft, daf&uuml;r gibt es ja die Managementberater, aber sie sind Meister in der Selbstdarstellung und Zerst&ouml;rung unserer Gesellschaft. Heute gen&uuml;gt es nicht mehr, seine Arbeit gut zu machen und f&uuml;r die Betriebe Gewinne zu erwirtschaften, nein, man muss sich selbst verleugnen und Teil der Firmenidentit&auml;t werden. So gab es bei den Lokf&uuml;hrern eine Umfrage bez&uuml;glich der Bereitschaft zum Tragen einer Uniform, was mit gro&szlig;er Mehrheit abgelehnt wurde. Nach dem Motto, und seid ihr nicht willig, so brauch ich Gewalt, zwang man uns, mit Bestimmungen zur Unfallverh&uuml;tung, Sicherheitswesten zu tragen. Verhaltensregeln wurden uns auferlegt, die nicht nur Kritik, selbst&auml;ndiges Denken und Handeln unterbinden, sondern auch eine Meldepflicht bei Verst&ouml;&szlig;en von Kollegen an Vorgesetzte enthalten.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Betriebsf&uuml;hrung zur sukzessiven Zerst&ouml;rung eines bis dahin famili&auml;ren Betriebsklimas mit Anstiftung zum Spitzelwesen etablierte sich. Alles Kennzeichen einer faschistischen Ideologie, die in keiner Weise, weder mit meiner Pers&ouml;nlichkeit noch mit den Menschenrechten, in Einklang zu bringen sind. Aus dem Briefkopf ihres Schreibens, das ich gerade erhalten habe, geht auch klar hervor, das wir f&uuml;r diese neue Ideologie keine Menschen mehr sind, sondern nur mehr Rohstoffe oder Betriebsmittel mit „Human Resources“ bezeichnet.</p>
<p style="text-align: justify;">So haben sich seit der &Ouml;BB-Reform gravierende Ver&auml;nderungen f&uuml;r die T&auml;tigkeit eines Lokf&uuml;hrers ergeben. Wor&uuml;ber man fr&uuml;her diskutieren und mitbestimmen konnte, kam pl&ouml;tzlich auf Grund der straffen Befehlsstruktur per E-Mail und schriftlichen Anweisungen und durfte nur mehr zur Kenntnis genommen werden. Der Zeitdruck nahm derart zu, dass vor Fahrtantritt nicht einmal mehr die ben&ouml;tigte Zeit zur Verf&uuml;gung stand, um alle Aush&auml;nge und Dienstanweisungen in Ruhe durchlesen zu k&ouml;nnen. Mir wurde mit Arbeitsverweigerung und Abzug vom Fahrdienst, wegen Unkenntnis der Vorschrift gedroht, nur weil ich eine verletzte Person nicht unbeaufsichtigt am Bahnsteig zur&uuml;cklassen wollte. Ich wurde angeklagt und freigesprochen, aber eine Entschuldigung vom Vorgesetzten oder Unternehmen h&ouml;rte ich nie. Als sich dann der Unfall mit dem toten Jungen ereignete, wusste ich, dass ich so etwas nicht noch einmal erleben m&ouml;chte.</p>
<p style="text-align: justify;">Nachdem ich das geschildert hatte, legten Sie mir verschiedene Schriftst&uuml;cke vor, die ich wie ganz selbstverst&auml;ndlich unterzeichnen sollte, da andernfalls eine Pensionierung nicht m&ouml;glich sei. Meine erste Reaktion, zuerst lesen dann unterschreiben, offenbarte gegenseitiges Misstrauen, das sich meinerseits schon nach wenigen S&auml;tzen, der mir vorgelegten Verzichtserkl&auml;rung, als berechtigt erwies. Erz&uuml;rnt dar&uuml;ber, was sie von mir verlangten, schmiss ich die Erkl&auml;rung auf den Tisch und sagte, dass das wohl nicht ihr ernst sein k&ouml;nne, was sie im Namen des Konzerns von mir forderten. Hierauf bem&uuml;hte ich mich, sachlich zu bleiben und ihre, wie ich meine, blo&szlig; vorget&auml;uschte Unwissenheit, objektiv aufzukl&auml;ren.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine ausnahmslose Verzichtserkl&auml;rung, auf wie auch immer geartete vergangene und hink&uuml;nftige Anspr&uuml;che und Geltendmachungen gegen&uuml;ber der &Ouml;BB-Traktion, ist eine Verh&ouml;hnung des Rechtsstaates, da mit selbiger alle staatsb&uuml;rgerlich, garantierten Rechte zum Schutze der B&uuml;rger, sich gegen bereits ver&uuml;btes und noch zu erwartendes Unrecht zu wehren, verloren gehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf meine Frage, ob die Gewerkschaft w&uuml;sste, was da l&auml;uft, sagten sie:“ Vergessen sie die Gewerkschaft!“ Nein ich vergesse sie nicht! Als ich als junger Lokf&uuml;hrer im Jahre 1976 auf meine Dienststelle kam, versuchte man mich als Vertrauensmann zu integrieren. Man schickte mich auf einen Kurs, in der Absicht einer der ihren zu werden. Ich erkannte jedoch sehr schnell, dass damit mein Freigeist und rebellischer Charakter durch die erforderliche Anpassung gez&uuml;gelt w&uuml;rde, wozu ich nicht bereit war, was aber an meiner &Uuml;berzeugung und meinem grundlegenden Bekenntnis zur Gewerkschaft nichts ge&auml;ndert hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Die ganzen Jahre hindurch habe ich immer wieder versucht meine Kollegen, wenn sie den Gewerkschaftsaustritt als einzige Antwort auf ihre Frustration sahen, davon zu &uuml;berzeugen, dass nicht der Austritt sondern ein Dr&auml;ngen nach Ver&auml;nderung der Strukturen der richtige Weg sei. Alle, die mich kennen, werden best&auml;tigen, dass ich nie schweigen konnte, sondern stets bem&uuml;ht war, auch die unerwarteten und nicht beabsichtigten Konsequenzen, die jeder Eingriff in ein funktionierendes System zwangsl&auml;ufig bewirkt, aufzuzeigen, und nicht alles als unaufhaltsam und unver&auml;nderbar zu akzeptieren. So war es dann auch bei den Betriebsversammlungen, w&auml;hrend des Streiks. Ich meldete mich zu Wort und lie&szlig; mir, wie alle Anwesenden es bezeugen k&ouml;nnen, vom Versammlungsleiter sein hundertprozentiges Versprechen, den einstimmigen Beschluss der Obm&auml;nner, den Streik bis zur vollst&auml;ndigen R&uuml;cknahme der Reform auszudehnen, wiederholen. Doch es sollte anders kommen, wir sa&szlig;en und diskutierten im B&uuml;ro der Vertrauensm&auml;nner, im Hintergrund lief der Fernseher, als schlagartig ein Aufschrei durch die anwesenden Kollegen ging, der Bestreikte verk&uuml;ndete das Streikende. Keiner der Anwesenden konnte glauben, was wir da sahen und h&ouml;rten. Wurden wir verraten und verkauft? Haben wir uns das verdient, nachdem wir ein Leben lang f&uuml;r genau diesen Fall einzahlten, dass dann im entscheidenden Moment von einigen wenigen gegen den Willen der Belegschaft entschieden wird?</p>
<p style="text-align: justify;">Genau davor habe ich immer gewarnt, dass in dieser Organisationsstruktur die Spitze und nicht die Basis entscheidet. F&uuml;r mich war das das Ende meines Vertrauens an die FSG und an Haberzettel. Ich war zutiefst entt&auml;uscht und in meinem Stolz verletzt, dass sich eine so starke Gewerkschaft derart erniedrigen l&auml;sst und so ein blamables Ende akzeptiert. Ihr Verst&auml;ndnis von Gewerkschaft kennt offensichtlich nur das altbew&auml;hrte Verhaltensmuster, gr&ouml;&szlig;ere oder tiefergreifende Verschlechterungen oder Einsparungen als erforderlich durch den Betrieb anzuk&uuml;ndigen, um dann, dank starker Gewerkschaften und ihren z&auml;her Verhandlungen, abgeschw&auml;chte Ergebnisse als Erfolg zu verkaufen, obwohl genau die vom Betrieb beabsichtigten Einsparungen oder Verschlechterungen umgesetzt wurden. Alle wissen das, aber niemand kann sich wehren. Nach dem Streik herrschte traute Einigkeit dar&uuml;ber, es wird nicht geklagt, und wenn doch, dann verf&uuml;gen wir &uuml;ber Mittel und Wege euch solange zu qu&auml;len, bis ihr alle Hoffnung verliert.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch siehe da, nach diesem Akt der Selbstzerst&ouml;rung unserer Gewerkschaft, keimte neue Hoffnung in Form der GUG-ULV aus den Ruinen. Und so kam es, trotz trauter Einigkeit, es wird nicht geklagt, doch noch zu einer Klage, der ich mich, infolge meines unersch&uuml;tterlichen Glaubens an einen Sieg der Gerechtigkeit, selbstverst&auml;ndlich anschloss. Die seit vielen Jahren, trotz Widerstand der W&auml;hler, konsequent umgesetzte Politik der Deregulierung und Liberalisierung zeigte ihr wahres Gesicht, n&auml;mlich, dass jede Macht korrumpiert. Wie nicht anders zu erwarten war, kam es daher auch nie zu einer Verhandlung. Gibt ja auch keine gravierenden Ver&auml;nderungen f&uuml;r uns.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass der erste Gedanke, wenn ich aufstehe, und der letzte, wenn ich schlafen gehe, sich darum dreht, wie man sich angesichts dieser &Uuml;bermacht noch gegen dieses Unrecht wehren k&ouml;nne, k&uuml;mmert ja niemand, ist ja auch nur mein Leben, das ihr zerst&ouml;rt, was euren Triumph im Bade der Arroganz und Gleichg&uuml;ltigkeit ja nicht weiter st&ouml;rt. Folglich verweigerte ich auch meine Unterschrift. Als sie dann sagten, ich m&uuml;sse unterschreiben, so wie alle anderen vor mir auch, antwortete ich, wenn ich muss, dann f&uuml;ge ich jedoch hinzu: „durchgelesen und nicht anerkannt, vorbehaltlich rechtlicher Schritte“, darauf entrissen sie mir das Dokument und sagten, das d&uuml;rfe ich nicht. Auch mein Verlangen auf eine Kopie, um sie einem Anwalt zu zeigen, verweigerten sie mir mit dem Hinweis, dass sie nichts aus dem Hause geben d&uuml;rften. Weiters erkl&auml;rte ich, dass ich nicht bereit bin, so wie andere, die sich aus Ohnmacht, Angst und Verzweiflung gen&ouml;tigt sehen, psychische Leiden mittels unschwer erh&auml;ltlichen &auml;rztlichen Gutachten vorzut&auml;uschen, um der unertr&auml;glichen Willk&uuml;r und Unsicherheit zu entfliehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ihre Antwort: „Ich wei&szlig;, dass sie recht haben, aber sie werden keinen Richter finden, der ihnen hilft!“, war mir Best&auml;tigung genug und so erwiderte ich blo&szlig;: „ Und sie werden niemanden finden, der mich zwingt!“ Somit war unsere Unterhaltung vorerst beendet und es folgte eine Vorladung in die Rechtsabteilung.</p>
<p style="text-align: justify;">Dort wiederholte ich die Motive f&uuml;r meine Verweigerung, wie zuvor geschildert. Hierauf wurde mir eine Sonderregelung angeboten, so dass alle meine pensionsrechtlichen Anspr&uuml;che gewahrt bleiben. Ich erbat mir Bedenkzeit und stimmte schlie&szlig;lich dieser Sonderregelung zu.</p>
<p style="text-align: justify;">Es folgte eine Vorladung zur Untersuchung in die Pensionsversicherungsanstalt, die mir sowohl meine Arbeits- als auch Dienstf&auml;higkeit bescheinigte. Aber niemand au&szlig;er mir kann entscheiden, ob ich mich in der Lage sehe, die Verantwortung als Lokf&uuml;hrer unter den geschilderten Umst&auml;nden auch zu &uuml;bernehmen. Somit wurde ich in den zeitlichen krankheitsbedingten Ruhestand versetzt.</p>
<p style="text-align: justify;">Da viele meiner Kollegen aus der Verwaltung und anderen Bereichen, die wesentlich j&uuml;nger waren und nie einen unregelm&auml;&szlig;igen Schichtdienst machen mussten, ohne derartiger Schikanen pensioniert wurden, muss ich annehmen, dass sie mir meiner politischen Gesinnung wegen das Leben so schwer wie m&ouml;glich machen wollen. Sie verlangen von mir Gutachten und Befunde, die ich nicht habe. Ich brauche aber auch keine, da mich niemand zwingen kann, eine Verantwortung zu &uuml;bernehmen, der ich unm&ouml;glich gerecht werden kann. Vor der Reform hatten wir Chefs, die durch ihre langj&auml;hrige Verbundenheit mit dem Betrieb, &uuml;ber fundierte theoretische und praktische Kenntnisse verf&uuml;gten, sodass sie uns auch gewisse Freiheiten bei der Betriebsabwicklung und Mitgestaltung zugestanden. Der Sicherheit der Fahrg&auml;ste und G&uuml;ter wurde absolute Priorit&auml;t zugestanden und zwischen Chef und Mitarbeiter gab es gegenseitigen Respekt. Heute genie&szlig;t die kritiklose Ausf&uuml;hrung, auch irrsinniger Betriebsabl&auml;ufe, und die Anpassung an die Firmenidentit&auml;t h&ouml;chste Priorit&auml;t und Respekt versucht man sich auf Grund einer streng hierarchischen Machtstruktur zu erzwingen.</p>
<p style="text-align: justify;">Sagen Sie mir, ist jetzt alles, was sich nicht unterordnet krank? Ist jeder, der nicht neoliberal gesinnt ist, krank? Sind pl&ouml;tzlich alle Werte, die unsere Gesellschaft solange vereinten, krank? Sind Selbstbestimmung und die W&uuml;rde des Menschen krank? Ist man krank, wenn man die Menschenrechte, so wie sie von der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 erkl&auml;rt wurden, einfordert? Ist Patriotismus und Zivilcourage krank?</p>
<p style="text-align: justify;">Nein, ich bin nicht krank, ich bin nur anders als ihr! Mir wurden eben andere Werte in die Wiege gelegt und anerzogen, nicht Egoismus und r&uuml;cksichtsloses Streben nach Macht und Geld, sondern die Wahrheit zu suchen und Realist zu bleiben, sich eine Meinung zu bilden und danach zu handeln, egal ob man sich unbeliebt macht oder nicht. Der Weg ist das Ziel und mein Weg ist es, anderen durch eigenes Handeln Mut und Hoffnung zu geben, dass es eben Menschen gibt, denen nicht alles egal ist, die sich nicht ohnm&auml;chtig dem Schicksal ergeben und so durch Tatenlosigkeit den zerst&ouml;rerischen Kr&auml;ften in unsere Gesellschaft Vorschub leisten, sondern ein Multiplikator f&uuml;r all das sein wollen, was uns als Gesellschaft verbindet und unser Leben lebenswert macht.</p>
<p style="text-align: justify;">Nein, ich bin nicht so wie ihr, ich akzeptiere weder die neue Herrenklasse noch lass ich mich meiner menschlichen Werte berauben und zu einem Rohstoff machen. Ich verabscheue Menschen, die die Schw&auml;chen der anderen ausn&uuml;tzen und ihre Meinung &auml;ndern wie der Wind. Ja, ich bin ein Mensch, ich f&uuml;hle, denke und handle. Mit meiner Geburt habe ich ein Recht auf einen funktionierenden Staat erworben. Auf ein funktionierendes Rechtssystem, das mich und meine Familie vor staatlichen &Uuml;bergriffen, Willk&uuml;r und Korruption sch&uuml;tzt. Ich habe gro&szlig;e Ehrfurcht vor Gott, der Natur und dem Menschen und ich weigere mich, andere &uuml;ber mich bestimmen zu lassen. Wenn das in ihren Augen krank ist, dann bin ich krank.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en</p>
<p>Franz Mayer</p>
<p>mayer.franz(&auml;t)aon.at</p>
<p>Weitere Verweise:</p>
<p><a href="http://zeitwort.at/index.php?page=Thread&amp;threadID=8608">Offener Brief an die &Ouml;BB-Dienstleistungs GmbH des Lokomotivf&uuml;hrers Franz Mayer</a></p>
<p><span><a href="http://www.radio-utopie.de/2009/05/29/OEsterreich-Offener-Brief-an-die-OEBB-Dienstleistungs-GmbH-des-Lokomotivfuehrers-Franz-Mayer" target="_blank"><span class="article_headline">&Ouml;sterreich: Offener Brief an die &Ouml;BB-Dienstleistungs GmbH des Lokomotivf&uuml;hrers Franz Mayer</span></a></span></p>
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